Fragen und Antworten

Kathodischer Korrosionsschutz stellt eine Innovation im Bereich der Korrosionsbekämpfung dar?

Ganz im Gegenteil. Die Technologie des kathodischen Korrosions-schutzes wurde bereits 1824 von Sir Humphrey Davy angewandt, der korrosionsgefährdete Kupferverkleidungen eines Kriegsschiffes mit Opferanoden aus Eisen erfolgreich schützte.

Also in Wahrheit eine Technologie mit fast 200-jähriger Tradition und tausendfacher Bewährtheit?  

Der kathodische Korrosionsschutz (KKS) wurde im 19. Jahrhundert er-funden. 1906 wurde die erste KKS-Anlage für Rohrleitungen mit Fremd-strom in Deutschland errichtet. Die erste KKS-Installation für Stahl in Beton wurde 1973 an der Sly-Park Brücke am US-Highway US50 in Kalifornien durchgeführt.
Heute, vierzig Jahre später, ist diese Art des Schutzes von Metallen in Erdreich, Meerwasser, Beton und anderen Medien weltweit Stand der Technik. Die kalifornische Brücke ist der beste Beweis für einwandfreies Funktionieren dieser Technologie über Jahrzehnte.   

Schon der Name hört sich sehr kompliziert an...?

Ist es eigentlich nicht. Man legt an Stahl, der korrodiert, der gleichsam ein „Leck” mit austretenden Eisenionen hat, einen elektrischen Gegen-druck (Elektronendruck, Spannung) an, der den Austritt verhindert. Dabei bildet das Schutzobjekt den kathodischen (negativen) Pol. Daher der Name „kathodischer” Korrosionsschutz.

Einfach genial – genial einfach! Könnte man KKS so umschreiben?   

Die Funktionsweise an sich ist tatsächlich relativ einfach, darum ist der kathodische Korrosionsschutz auch so erfolgreich. Die technische Herausforderung liegt jedoch in der richtigen Dosierung über die gesamte Schutzfläche. Der positive Gegenpol (Anode) muss im richtigen Abstand zum Schutzobjekt platziert und bei mehreren oder ausgedehnten Anoden optimal verteilt sein. Der optimale Elektronendruck wird durch Sensoren (Referenzelektroden) überwacht. Es ist daher nötig, jede KKS-Installation zu überwachen, z.B. mit einem elektronischen Monitoringsystem.

Zu den Kosten: Ist KKS eine sinnvolle Investition?

 Und ob! Zum einen ist Instandhaltung immer ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Zum anderen erlaubt der KKS durch seine elektrische Natur das frühzeitige Auffinden von Schäden. Z.B. kann man durch elektrische Messungen sehr einfach durch das Erfassen der Feldlinien auf einige Dezimeter genau erkennen, wo auf einer Rohrleitung ein Beschichtungsschaden aufgetreten ist, weil der kathodische Schutzstrom genau dort reinfließt. Diese Messtechnik nennt man „Intensivmessung”. Sie wird regelmäßig an kathodisch geschützten Rohrleitungen durchgeführt, um Beschichtungsschäden auszubessern. Instandsetzungen an Objekten mit Korrosionsschäden (Pipelines, Brücken, Parkhäuser) sind allemal teurer als eine frühzeitige Installation von KKS samt Überwachung. Man kann Unmengen an Geld sparen.

Wie kann man sich die jährlichen Kosten vorstellen? 

Die elektrische Leistung, die für den kathodischen Schutz von Stahl in Beton aufgewendet werden muss, beträgt selten mehr als 40 Watt/ 1.000 m2 Schutzfläche. Die Stromkosten sind somit absolut vernachlässigbar. Dank der heute verfügbaren Kommunikationstechnologien sind die Kosten für das Monitoring, also die Überwachung und Kontrolle der Anlage über Datenfernübertragung, äußerst gering gegenüber den Instandsetzungskosten.

KKS ist somit der wohl günstigste Korrosionsschutz?

Den günstigsten Korrosionsschutz erhält man bei Stahlbetonbauten durch eine Bauweise, bei welcher korrosionsfördernde Substanzen, wie z.B. Streusalz, gar nicht erst ans Bauwerk herankommen. Besteht aber einmal Korrosionsgefährdung, ist eine frühzeitige Installation von KKS mit Sicherheit eine kostengünstige Variante. Bei Rohrleitungen ist die Kombination von Beschichtung und KKS zum Schutz der Fehlstellen in der Beschichtung die Methode der Wahl. Zu-dem erfordert die Sicherheit für Mensch und Umwelt von Gas- und Öl-leitungen den bestmöglichen Schutz. Und dafür ist KKS zwingend erfor-derlich. Durch Korrosion sind schon Stahlbetonbauten eingestürzt, Gasleitungen explodiert oder Öl ausgetreten. Keiner kann das wollen. KKS hilft, die Kosten für diese unumgängliche Sicherheit gering zu halten.

Gibt es hierzulande Gefährdungspotentiale und auch Sanierungsbedarf?

Überall, wo Salz vorhanden ist, gibt es Gefährdungspotential für Stahl. Ohne für Verunsicherung sorgen zu wollen sehe ich einen hohen Sanie-rungsbedarf an Parkhäusern und Stahlbetonbrücken. Sehr oft wissen die Betreiber dieser Anlagen jedoch nicht, welche Gefahr da so im Ver-borgenen blüht, woher auch. Ich sehe es auch als Aufgabe, ein klein wenig zur Bewusstwerdung dieser Korrosionsprobleme beizutragen.

KKS ist also die beste Korrosionsversicherung für bauliche Investments?

Ein frühzeitiger Einsatz von KKS und somit eine Unterbindung fort-schreitender Korrosion bei bedrohten Objekten ist um Welten effizienter als eine spätere Sanierung mit Komplettaustausch der betroffenen Bauteile. Als vorbeugende Maßnahme ist die Installation von KKS bei voraussichtlich korrosionsgefährdeten Neubauten die wohl kosten-günstigste Anwendung.

Trotz aller Sicherheit, welchen Rat geben Sie Bausherren mit auf den Weg gegen Korrosion?

In den USA gehört der KKS seit Langem zum absoluten Standard bei gefährdeten oder schützenswerten Bauprojekten. Auch in Europa, allen voran in Deutschland, England und in Skandinavien, ist die Akzeptanz dieser Technologie bei den Ingenieurbüros sehr hoch. In Österreich wächst die Zahl der KKS-Anlagen auch stetig, wobei die meisten Anlagen vom Autobahnbetreiber ASFiNAG betrieben werden. Das erste Großprojekt mit KKS stammt aus dem Jahr 1989, die Nößlachtalbrücke auf der Brennerautobahn. Was der Bauherr für sein Geld bei kathodischem Korrosionsschutz bekommt, ist kein Hokuspokus, sondern eine vielfach erprobte Techno-logie auf dem Stand der Technik. Bei Berücksichtigung der allgemein anerkannten KKS-Normen und -Richtlinien ist der Erfolg einer KKS-In-stallation gewährleistet.
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