Ing. Johannes Hofbauer
Ing. Johannes Hofbauer
Korrosionsschutz - Rohrleitungen,
Behälter, Messtechnik

Korrosion trotz KKS

Kleine Beschichtungsschäden an erdverlegten Erdgasleitungen stellen üblicherweise kein Problem für den kathodischen Schutz dar. Durch eine KKS-Installation wird der blanke Stahl in eben diesen kleinen Schäden wirksam gegen Korrosion geschützt. Dachte man.

Es zeigte sich in den vergangen 20 Jahren, dass auch an diesen KKS-geschützten Rohrleitungen Korrosion auftreten kann. Diese besondere Art der Korrosion tritt auf, wenn hohe Wechselströme von der Rohr-leitung aufgenommen werden. Induktive, kapazitive oder ohmsche Kopplung einer parallel zu einer Überlandleitung verlegten Rohrleitung kann hohe Wechselspannungen in der Rohrleitung induzieren. Es wurden Wechselspannungen größer 100 V gegen ferne Erde gemessen. Diese Spannungen sind für Menschen bei direktem Kontakt bereits gefährlich. Zusätzlich können hohe Wechselströme in Beschichtung-fehlstellen zwischen Metall und Erdreich übertreten, welche trotz KKS zu Korrosionsschäden führen können.

Korrosion trotz KKS Bei einer kathodisch geschützten Rohrleitung kann die anodische Halbwelle des überlagerten Wechselstroms neben anderen Prozessen zur Oxidation des Eisens führen. Dies führt bei den hohen pH-Werten zur Bildung eines Passivfilms.

Die darauffolgende überlagerte kathodische Halbwelle bewirkt, dass in Folge neben anderen Prozessen die Passivschicht teilweise wieder aufgelöst wird.

Es findet also ein periodischer Auf- und Abbau der Passivschicht statt, die netto zu einem Materialabtrag führt. Heute weiß man, dass Hoch-spannungsüberlandleitungen, Bahnoberleitungen oder Erdungsanlagen von Kraftwerken Wechselstromkorrosion an kathodisch geschützten Rohrleitungen verursachen können.

Zur Bestimmung und Kontrolle der Wechselstromgefährdung einer KKS-geschützten Rohrleitung werden Messsonden (Probeblech, Mess-probe) in unmittelbarer Nähe der Rohrleitung ins gleiche Erdreich eingebettet. Diese Messsonden stellen definierte Flächen eines blanken Stahls dar, welcher der Rohrleitungslegierung möglichst ähnlich ist. Durch elektrische Verbindung mit der Rohrleitung erhält man künstliche Fehlstellen, an denen Korrosions- und Korrosionsschutzmessungen durchgeführt werden können.

Die Bekämpfung von Korrosion an einer kathodisch geschützten, jedoch wechselstrombeeinflussten Rohrleitung erfolgt für jeden Fall in-dividuell. Abhängig vom Bodenwiderstand, von der Gleichstromdichte, der Wechselstromdichte, dem anliegenden Schutzpotential und den induzierten Wechselspannungen ergreift man unterschiedliche Maß-nahmen, wie Ableitung des Wechselstroms über Polarisationszellen, Diodenabgrenzeinheiten oder AC-Filter und Anpassung des Einschaltpotentials. Die Kontrolle der Wirksamkeit erfolgt durch Wechselspannungsprofilaufnahmen und durch Messungen an den eingebauten Messproben.
PP engineering GmbH
KKS und Umwelttechnik
Wassergasse 33 / 1
A- 3324 Euratsfeld
T: +43 7474 70240-0
F: +43 7474 70240 10
E: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
I: www.pp-engineering.com